Jenseits von Clean Code mit high value team

Was kommt nach Clean Code Development? Für mich ist es das high value team.

Nach knapp 10 Jahren Fokus auf den Begriff Clean Code sehe ich jetzt die Zeit gekommen, darüber hinaus zu gehen. In meiner Trainings- und Beratungspraxis tue ich das schon lange, doch nun möchte ich dem auch äußerlich Ausdruck verleihen.

Clean Code Development hat codenah begonnen. In den Prinzipien und Praktiken, die Stefan Lieser und ich bei clean-code-developer.de zusammengetragen hatten, ging es vor allem um den Umgang mit Code. Darüber hinaus Gehendes und Vorgelagertes war nur angedeutet z.B. im blauen Grad.

Schon bald stellte es sich aber heraus, dass bei der Adaption von Clean Code in Teams genau dort besondere Schmerzpunkte liegen und große Hilfe geleistet werden kann. Code sauber zu schreiben, ist natürlich wichtig. Verständlichkeit, Testbarkeit, Reife, Regressionsfreiheit sind Eigenschaften von Code, die fundamental sind für das, was insgesamt bezweckt wird: nachhaltige Produktivität.

Doch diese Eigenschaften müssen in einem Kontext hergestellt werden. Wenn der „nicht stimmt“, dann wird es schwer, auch die schönsten Prinzipien einzuhalten und den tollsten Praktiken zu folgen.

Schon bald wurde deshalb der Entwurf zentraler Bestandteil der Vermittlung von Clean Code Development – Stichwort Flow-Design – und anschließend ein Umgang mit Anforderungen, der es Entwicklern leichter macht, gezielt zu entwerfen und dann zu codieren – Stichwort Slicing.

Doch damit nicht genug! Entwurf und dem vorgelagert die Analyse bilden zwar schon einen Kontext für die Codierung, doch der erstreckt sich noch weiter. Die Organisation selbst hat auch Einfluss darauf, ob und wie Clean Code Development „auf die Straße kommt“. Sie ist es ja auch, die den Zweck nachhaltiger Produktivität erreichen will.

Aber will sie das wirklich? Immer mehr wurde mir klar, dass das dem Management meiner Kunden nicht so bewusst ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Es gab und gibt Missverständnisse, was es bedeutet, zukunftsfähig zu werden.

Clean Code Development Inhalte hatten und haben es schwer, sich im Arbeitsalltag durchzusetzen. Mit ein bisschen Üben ist es nicht getan. Es entstehen nicht plötzlich blühende Codewiesen. Wenn die Ressource Codebasis den Stand „legacy code“ erreicht hat, sind chronische Verhältnisse eingetreten. Aus denen kommt eine Organisation nicht durch TDD hier und Code Review da und IOSP dort heraus.

Also hat sich in meine Arbeit mit Entwicklern und Teams auch die Adressierung der Organisation als größere Einheit eingeschlichen. Verlässlichkeit, Gewohnheiten, der Umgang mit Schätzungen… das alles wurde und wird mehr und mehr Thema.

Und nun bin ich noch einen Schritt weiter in meinem Denken. Das möchte ich mit high value team ausdrücken.

TDD, Entwurf, Clean Code, Scrum, Agilität… das sind alles nur Mittel. Im schlimmeren Fall sind es Buzzwords. Von denen möchte ich Abstand nehmen. Deshalb nehme ich „Clean Code“ aus dem Titel meiner Arbeit heraus. Ich verabschiede mich von der Clean Code Developer School. Sie war lange Jahre der passende Ort für meine Anstrengungen, bei der Entwicklung nachhaltiger Produktivität in Softwareteams. Doch auch die CCD School hat sich nur einem Mittel verschrieben.

Natürlich sind Mittel nötig, um Ziele zu erreichen. Doch ich möchte nicht länger ein Mittel meiner Arbeit überschreiben.

Bei high value team steht nun der Zweck im Vordergrund. Der scheint mir recht unwandelbar. Um die Herstellung hohen Wertes ging es immer und wird es immer gehen, egal welche Mittel gerade in Mode sind.

high value team bedeutet: Ich möchte Sie unterstützen, Teams zu bilden, die hohen Wert für Ihre Kunden herstellen, also hochwertige Teams sind.

high value team bedeutet: Mir geht es um das, was wirkt, was einen positiven Effekt in Richtung dieses Ziels hat, nicht um Buzzwords. Die reine Lehre von dieser oder jener Methode, das ist mir einerlei. Methoden sind nicht heilig.

high value team bedeutet: Es geht um Prinzipien und Werte. Und dann geht es um Systematik. Wenn Feedback bei der Entwicklung von Software wichtig ist, dann ist es auch wichtig bei der Entwicklung von Organisationen. Mit high value team will ich mich mehr auf einen feedbackgetriebenen Ansatz konzentrieren.

high value team bedeutet: Aus den vielen Fragen, die sich stellen, wenn Veränderungen vorgenommen werden sollen, greife ich mir eine heraus: Warum? Auch dabei geht es für mich um die Überwindung von Buzzwords und Hype. Jedes Mittel ist recht, wenn klar ist, warum es eine Verbesserung bringen soll. Um die Antwort auf diese Frage bemühe ich mich bei all dem was ich vermittle. Andere Meinungen sind mir aber auch recht – allerdings, bitte, ebenfalls mit einer Antwort auf die Warum-Frage. („Das haben wir bisher so gemacht!“ oder „Das hat der und der gesagt!“ halte ich dann allerdings nicht für hilfreiche Antworten.)

Und schließlich ist high value team für mich eine Übung in Veränderung und Neuanfang. Wenn ich mich dafür engagiere, Organisationen agiler, flexibler zu machen, dann bin ich besser selbst ebenfalls agil und flexibel. Der Vorteil einer Anpassung an geänderte Bedingungen – innere wie äußere – lauert überall. Die Chance, die in einer Neuorientierung steckt, will ich nun wahrnehmen.

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