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Jahrgang 1963. Aufgewachsen auf in einem Dorf in Niedersachen. Abitur 1983 – Leistungskurse Physik und Mathe, da konnte Informatik leider kein Prüfungsfach mehr sein.

BranchensoftwarefirmaStudium der Informatik und Japanologie ab 1984 in Hamburg. Also Schluss mit dem „Landei-Dasein“ 😉 Allerdings habe ich das Studium nie abgeschlossen. Vordiplom 1990, Exmatrikulation 1993. Es gab einfach zu viele andere spannende Dinge zu tun…

Gründung einer GmbH mit zwei Partner 1986. Wir witterten gute Erfolgschancen als Berater in Sachen Hard- und Software.

Auflösung der GmbH nach knapp 2 Jahren. Die Interessen der Geschäftsführer gingen auseinander – vor allem wollte ich mehr Programmieren. Also 1987 Gründung einer  GbR zur Entwicklung einer Branchensoftware mit einer 4GL für das Rolladen- und Jalousiebauhandwerk. Die Firma gibt es heute noch; mein ehemaliger Partner hat sie vollständig übernommen. Heute würde man sagen, wir hatten damals ein Start-Up: Es gab eine Idee, es gab sogar Investoren, wir waren hochmotiviert und haben quasi Tag und Nacht daran gearbeitet. Wir waren lean – and mean 😉

In den USAAuslandsaufenthalt in den USA (Washington, DC) von 1990 bis 1991. Ein Jahr in den USA zu arbeiten, war lange mein Traum gewesen. Als sich die Gelegenheit über die Universität bot, habe ich sie ergriffen – trotz Start-Up. Ich konnte der „Head of Software Development“ bei einem kleinen Beratungshaus sein. Als Trost für meinen Firmenpartner konnte ich ihm auch einige Monate drüben in dem Unternehmen vermitteln, das mich beschäftigte. In dem Auslandsaufenthalt enthalten waren auch 2 Monate Projekteinsatz in Mailand bei Digital Equipment.

Back in Good Old Germany ab 1992 wieder volle Konzentration auf Branchensoftware. Visual Basic war gelandet, so dass einige Zeit in die Neuentwicklung unserer Software floss. Danach kam das Internet und unser Portfolio erweiterte sich. Das hat mich dazu gebracht, mich mit spannenden Technologien zu befassen, um unseren Kunden immer wieder neue Angebote machen zu können. Am Ende hat es jedoch dazu geführt, dass ich erkannt habe, mich nicht auf eine Branche und Handwerkskunden beschränken zu wollen.

Nachdem ich in den 1980ern ein paar Artikel für den Verlag Markt&Technik geschrieben hatte war Pause mit Publikationen bis 1997. Da überkam es mich, dass ich von meinen Erfahrungen mit Technologien anderen berichten wollte. Also habe ich angefangen für das VB-Magazin BasicPro zu schreiben.

Dorthin zog es mich dann ganz nach Verlassen unserer Branchensoftwarefirma. Ich wurde 1998 Chefredakteur der BasicPro – und habe auch noch weiter für sie geschrieben. Nebenbei fing ich an, ein paar Vorträge zu halten oder auch mal zu beraten.

Ende 1998 gab es dann die ersten Kontakte zu Microsoft Deutschland, die 2001 dazu führten, dass ich meine Chefredakteursposition aufgab. Als so genannter Microsoft Regional Director – ein „Ehrentitel“ für ein Community-Mitglied wie Most Valued Professional – hatte ich auf Konferenzen und über Microsoft soviel Kontakt zu anderen Entwicklern und Firmen, dass ich mich auf Vorträge und Beratungen konzentrieren wollte. Hierdurch entstand auch eine Artikel-Schreibpause, die bis 2003 anhielt.

In Tajikistan

Nachdem wir in unserer kleinen Softwarefirma 1997 für 6 Monate eine Praktikantin aus Tajikistan hatten, bin ich 1999 auf die Einladung ihrer heimischen Universität im Auftrag der Unesco für 2 Wochen nach Tajikistan geflogen, um dort junge Studenten in der Programmierung zu unterrichten. Ein Erlebnis der besonderen Art in vielerlei Hinsicht.

Seit 2001 bin ich schließlich „richtig“ freiberuflich tätig. Selbstständig war ich immer – und kann es mir auch kaum anders vorstellen.

Während meine Themen jedoch zunächst sehr technologisch waren (VB, C#/.NET, SQL, Persistenz, Scripting), habe ich mich ab 2005 zunehmend „weicheren“ Aspekten der Softwareentwicklung gewidmet. Mich fing an umzutreiben, warum es Entwicklern so schwer fiel, von Anforderungen zum Code zu kommen. Mich packte das Thema Softwareentwurf – zum Leidwesen meiner damaligen Freundin, die in einem Irland-Urlaub nicht soviel von mir sah, weil ich andauernd Gedanken zu einer systematischen Anatomie von Software in ein Notizbuch schreiben musste.

Im Interview mit Bill Gates

Das brache mich über das Thema Tuple Spaces zur Universität Wien, wo ich über ein paar Jahre mit Studenten von Prof. Eva Kühn an Konzepten zur Erleichterung der Kommunikation in verteilten Anwendungen gearbeitet habe. Es drehte sich um „Spaces“ – und Fluss.

2008 war dann der Startschuss für die Clean Code Developer (CCD) Initiative. Stefan Lieser und ich trafen uns auf einer Open Space Konferenz und entdeckten, dass uns dasselbe Buch bewegte: Clean Code von Robert C. Martin. Wir waren motiviert, dessen Botschaft vielen Entwickler zugänglich zu machen – allerdings in leicht verdaulicher Form. Und wir wollten uns auch nicht auf die Buchinhalte beschränken. Manches sahen wir kritisch, anderes fehlte.

Bis 2009 haben wir dann das Clean Code Developer Wiki mit seinen Werten und Graden zu Prinzipien und Praktiken für saubere Softwareentwicklung zusammengetragen. Seit dessen live Schaltung haben wir dazu sehr gutes Feedback bekommen. Die zugehörige XING-Gruppe hat inzwischen knapp 4.000 Mitglieder (Stand Ende 2014).

Clean Code Developer

Mit dieser Initiative hat sich dann auch mein Arbeitsschwerpunkt weiter in Richtung „softe“ Themen verschoben. Eine Zeit lang hatte ich mit Kollegin Renate Klein schon Rhetoriktrainings für Softwareentwickler veranstaltet, also weit weg von Technologien gearbeitet. Nun stieg ich mit Stefan Lieser in die Vermittlung von Werten und Prinzipien ein – für saubere Softwareentwicklung.

Bis 2013 haben wir diese Clean Code Trainings immer weiter verbessert. Wir wissen inzwischen, dass sich Clean Code Kompetenzen nur nachhaltig durch regelmäßiges Lernen auf das Tagesgeschäft anwenden lassen. Das haben wir durch die Gründung der Clean Code Developer School zum Ausdruck gebracht, die sich auf genau solche Trainings spezialisiert.

Parallel zum Aufbau der CCD Initiative und der Vermittlung ihrer Inhalte habe ich vermehrt seit 2010 an einer systematischen Methode gearbeitet, um Clean Code nicht nur durch Beachtung von Prinzipien herzustellen, sondern ihn sowohl an das Thema Softwarearchitektur wie Anforderungsanalyse zu binden. Das Ergebnis ist eine Reihe von Regeln, leichtgewichtigen Diagrammen und Konzepten, die wir unter dem Namen Flow Design und The Architect’s Napkin vermitteln.

Interessanterweise führte mich das Thema Softwarearchitektur und später Clean Code nicht nur auf die „softe“ Seite der Technik, sondern darüber hinaus in den Prozess und damit zu den Menschen. Insbesondere seit 2013 suche ich immer wieder nach Wegen, um den Entwicklungsprozess auch flüssiger zu machen. Denn sauberer Code, durch den Veränderungen leicht fließen können, setzt einen flüssigen Prozess voraus. Wie sich herausstellte, kann sogar für Code wie für Entwicklungsprozess sogar dieselbe Notation zur Beschreibung der Zusammenhänge benutzt werden.

KonferenzDazu gehört auch mehr Beschäftigung mit dem Kunden der Softwareentwicklung bzw. seinen Vertretern. Denn der ganze Prozess wird getrieben von einem konsequenten Umgang mit Anforderungen. Wie sich herausstellte, braucht es nicht nur Prinzipien für sauberes Code Development, sondern auch für das Story Development. Code Development kann nur so gut und verlässlich sein, wie es sein Input, die User Stories (Anforderungen), es zulassen. Der Kunde (bzw. sein Stellvertreter, z.B. Product Owner) ist die wichtigste Kraft in der Softwareentwicklung. Wenn ich etwas für die Softwarearchitektur und Clean Code erreichen will, muss ich also dort ansetzen.

Gerafft habe ich mich also durch mehrere Schichten Softwareentwicklung bewegt:

  • Angefangen hat alles mit der Anwendung von Technologien (bis ca. 2000)
  • Darauf folgte das Schreiben und Sprechen über die Anwendung von Technologien (ab ca. 1997)
  • Dann ging es weiter zum Rahmen für die Anwendung von Technologien: Softwarearchitektur (ab ca. 2005)
  • Daraus entwickelte sich das Interesse für Prinzipien für solche Rahmen: Clean Code (ab 2008)
  • Rahmen und Inhalt entstehen natürlich nicht von selbst, also konnte ich die Beschäftigung mit dem umschließenden Prozess nicht außen vor lassen (ab ca. 2009)
  • Und der Prozess wiederum hat eine Triebkraft, den ich mit Story Development und auch Zeitmanagement in den Blick genommen habe: den Menschen (ab ca 2013)

Soweit mein beruflicher Werdegang in Kürze. It´s work and life in progress…